Pelze – Schandflecke unserer Gesellschaft
Argumente der Pelzindustrie/Pelzträger ... und Fakten
Pelzbefürworter: „Auf Pelztierfarmen werden die Tiere artgerecht gehalten.“
Fakt: Nutrias (Sumpfbiber) auf Betonböden, Chinchillas in 0,1 – 0,2 qm „großen“ Käfigen, Einzelgänger Fuchs in Batteriekäfighaltung (ca. 1 qm/Tier), Nerze auf 0.3 qm Draht ... ... artgerecht?
Pelzbefürworter: Die Tiere leben seit bis zu 100 Generationen in Gefangenschaft. Sie sind domestiziert und ihre Bedürfnisse sind nicht mehr mit denen von Wildtieren vergleichbar. Die Tiere auf Farmen fühlen sich wohl.
Fakt: Von Pelztierfarmen entkommene Tiere haben nachweisbar keinerlei Schwierigkeiten, sich in ein freies Leben in der Wildbahn einzufinden. Weiter sind extreme Verhaltensstörungen wie Kannibalismus, Selbstverstümmelung, stereotype Verhaltensweisen und Bewegungen, das Töten des eigenen Nachwuchses usw. klare Zeichen für das Leiden der Tiere. Von Domestizierung oder gar Wohlfühlen kann also niemals die Rede sein.
Pelzbefürworter: Die Tiere werden zur Pelzgewinnung gezüchtet.
Fakt: Ein nichtssagendes Argument! Nur weil die Tiere zu einem bestimmten Zweck gezüchtet wurden, ertragen sie Schmerzen, Angst und Entbehrungen nicht besser. Sollte die Aussage in Hinsicht auf Wildfänge beruhigen, sei hinzugefügt, daß jährlich Millionen von Füchsen, Nerze, Chinchillas usw. in Fallen gefangen werden. Einigen gelingt es, sich durch Abbeißen der eigenen Pfote zu befreien. Die anderen werden entweder von den Fallenstellern erschlagen, etwa 50% von ihnen jedoch werden nach Aussagen von Trappern selbst erst nach ihrem qualvollen Tod gefunden. Dieses grausame Sterben kann bis zu 75 Stunden dauern.
Pelzbefürworter: Pelz hält warm. Gerade hier im Norden ein wichtiger Vorteil.
Fakt: Kein vernünftiger Mensch würde den Mount Everest in Pelz gekleidet besteigen – und da ist es wirklich kalt. Bergsteiger tragen leichtes, atmungsaktives und sehr warmes Synthetik.
Pelzbefürworter: Pelz ist das älteste Bekleidungsmittel der Menschheit.
Fakt: Das mag schon sein, doch: 1.: hatten die Menschen damals noch keine Alternativen; 2.: wurde
niemals ein Tier nur wegen seines Felles getötet – es diente in erster Linie als notwendiges Nahrungsmittel und damit dem Überleben; 3.: die perverse Haltung auf Farmen gab es gar nicht; und 4.: nichts gewinnt allein dadurch an Wert oder wird akzeptabel, weil es Teil einer Jahrhunderte oder Jahrtausende zurückliegenden Zeit war. Gladiatorenkämpfe gehören auch zur Geschichte des Menschen, doch wir haben uns entwickelt und wissen heute, daß sie grausam und verwerflich waren. Also wurden sie verboten – wie auch Pelze verboten werden sollten.
Pelzbefürworter: Die Tiere werden schmerzlos getötet.
Fakt: Diesbezüglich muß über die in Fallen gefangenen Tiere nicht gesprochen werden. Auf Farmen
wird ihnen das Genick gebrochen, sie werden vergast, erschlagen oder durch Stromschlag mittels Elektroden im After und Mund getötet. Bei all diesen Tötungsarten kommt es zu schwerst verletzten ‚Überlebenden‘, die entweder langsam und qualvoll an ihren Verletzungen sterben oder aber die „Pelzung“ bei vollem Bewußtsein erleben. Und selbst wenn es zu einer sofortigen Tötung – das Vergasen dauert allerdings bis zu 10 Minuten! – kommt, kann unermeßliches Leid durch Angst und Panik der ohnehin schon auf’s Äußerste mißhandelten Tiere nicht verhindert werden.
Pelzbefürworter: Pelz ist ein Naturprodukt und damit umweltfreundlich.
Fakt:Würden Pelze so angeboten werden, daß man sie noch als Naturprodukt bezeichnen könnte, würde jeder alles tun, um sie nicht tragen zu müssen. Unzählige – und alles andere als umweltfreundliche – Bäder in Säuren und Laugen sind nötig, um die Tierhaut daran zu hindern, sich dem natürlichen Vorgang der Verwesung hinzugeben. Bei der ‚Veredelung‘ von 1000 kg Leder / Pelz fallen über 71.500 Liter Schmutzwasser an!
Darüberhinaus wird die Umwelt im weiten Umkreis von Massentierhaltungen extrem belastet
Schon 1988 erklärte die Deutsche Tierärzteschaft: „§17 Tierschutzgesetz verbietet das Töten eines Wirbeltieres
ohne vernünftigen Grund. Die Befriedigung des Modebedürfnisses einer Minderheit dürfte im Hinblick auf ein an der Ethik orientiertes Tierschutzgesetz kein vernünftiger Grund sein.“
Der gleichen Ansicht ist die Tierschutzkommission beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, deren hochkarätige Sachverständige weiter ausführen: „Die ... Käfige und Gehege entsprechen weder in der Materialbeschaffenheit, noch vom Platzangebot her den Ansprüchen der Tiere. Sie ermöglichen keine artgemäße, verhaltensgerechte Unterbringung und führen bei den Pelztieren zu lang andauernden Leiden und Schäden.“
Die Tierschutzkommission, die Deutsche Tierärzteschaft, die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Evangelische Kirche Deutschland baten den Bundesrat, die Haltung von Pelztieren zu Modezwecken abzulehnen.
Abschließend sei darauf hingewiesen, daß bei allen Argumenten pro oder contra Pelz für jeden Menschen, der auch nur einen Funken Verstand und Mitgefühl hat, folgende Tatsache Grund genug sein sollte, rigoros gegen das Tragen von Pelzen zu sein: Die Tiere werden ausschließlich zum Zwecke der Pelzgewinnung gequält und getötet. Und es handelt sich immer um fühlende Lebewesen – genau wie die Katze, der Hund oder das Kaninchen, die wir als Familienmitglieder achten und behüten.
Die über Leichen gehen
Wer Pelze trägt
Den nichts bewegt
Ein Leben voller Pein und Leid
Für Pelzträger ‚ne Kleinigkeit
Qualvolles ‚Leben‘ – beendet im Dreck
Ach – da schauen wir doch besser weg
Hauptsache, das Äuß’re stimmt
Wenn Mann und Frau auf VIP sich trimmt
Egal – die Leere innen drin
Da sieht ja doch kaum einer hin
Panische Todesschreie – nicht mehr zu hör’n
Nichts kann sie in ihrer Selbstsucht stör’n
Scharlachrotes Blut – nicht mehr zu seh’n
So läßt’s sich lächelnd über Leichen geh’n
Innen erkaltet, müssen von außen sich wärmen
Gefühlskrüppel! – Bei Pelzen geraten sie ins Schwärmen
Doch laßt Euch nicht täuschen von Luxus und Prunk
Für Pelz gibt es keine Entschuldigung
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