EIN HUND LERNT IMMER !!

Ein Hund wird aus seinem sozialen Gefüge genommen und in eine neue Welt gepackt. Alles, was bisher war, ist jetzt nicht mehr. Geblieben ist nur die erlernte Weise der Verständigung. Die eigene Sprache muß genauso erlernt werden, wie es gelernt wird, unser Kauderwelsch zu analysieren. Je nach dem, wie sehr sich der Mensch bemüht, gelingt es dem Hund auch. Nein, er versteht uns nicht,aber er lernt, daß bestimmte Laute bestimmte Dinge von ihm fordern, und vor Allem lernt er, in unserer Körpersprache zu lesen. Vor Allem das, was wir ihm gar nicht mitteilen wollen. Das gilt ebenso für den Welpen, der mit wenigen Wochen von der Mutter genommen wird, wie für den älteren Hund, der in ein neues Zuhause kommt.
In beiden Fällen muß der Hund lernen, sich neu anzupassen. Darin sind Hunde wahre Künstler. Sie beobachten ihre Umgebung und lernen aus unserem Verhalten, wie die Spielregeln im neuen Rudel sind. Auch dann, wenn wir ihm nichts beibringen- und vor allem dann- lernt der Hund sich einzuordnen. Und zwar nach der Art, die für ihn seiner Meinung nach die vorteilhafteste ist. Er hält sich an alles, was ihm angenehm erscheint und meidet, was ihm nicht wohl bekommt.
Dazu gehört z.B. auch, Herrchen oder Frauchen zu meiden, wenn sie schon mehrmals gerufen haben und üblicherweise so langsam in Zorn verfallen. Nein, es ist nicht einladend, der Aufforderung einer fluchenden Person nachzukommen.
Dazu gehört auch, uns aus dem Weg zu gehen, weil sich die Mine verzieht, wenn die geplünderte Mülltüte entdeckt wird. Nein, mit schlechtem Gewissen hat das nichts zu tun, sondern mit Vermeidungstaktik. Der Hund spürt ja, dass Ärger im Verzug ist- warum auch immer (er weiß nichts von seinem unerwünschten Handeln). Und wenn das öfter vorkommt, dann lernt der Hund, dass es (warum auch immer) Stress bedeutet, wenn man nach Hause kommt. Wird das Haus verlassen, hat er schon Stress, weil die Heimkehr ja unausweichlich ist. Davon bekommt Hund noch mehr Stress- und den baut er dann wieder an der Mülltüte ab. Solange er damit beschäftigt ist, ist ja alles gut. Er lernt, dass diese Art der Beschäftigung ihm Luft macht und tut es darum immer wieder.
Der Hund lernt auch, sich zu setzen, wenn Frauchen es ihm sagt, weil sie auf jemand anderen trifft, mit dem sie ein paar Worte wechselt. Er lernt aber auch, dass Frauchen zwar Sitz gesagt hat, dann aber nicht mehr darauf achtet, wenn Hund wieder aufsteht. Und der lernt, dass Anweisungen nicht bindend sind. Frauchen wundert sich, warum der Hund an der Strasse nicht solange sitzen bleibt, bis sie weitergeht.
Der Hund lernt auch, wenn wir Ball spielen- ja, immer werfen wir ihm den Ball weg, dem er so gerne nachläuft, er braucht ihn nur wieder vor die Füße legen, und der Mensch macht. Wenn nicht, ein bisschen bellen, dann klappt´s schon.
Der Hund lernt auch, dass wir uns um ihn kümmern, wenn er sich etwas eingetreten hat- er ist in der Lage zu simulieren, damit wir uns um ihn kümmern.
Der Hund lernt, dass sein Besitzer Angst vor anderen Hunden hat, denn jedes Mal, wenn die ins Spiel kommen, wird ein Bogen gemacht, die Leine strafft sich, die Situation ist angespannt.
Der Hund lernt, dass es rausgeht, wenn wir sein Halsband in die Hand nehmen, er lernt, dass es Essen gibt, wenn seine Schüssel ins Spiel kommt.
Er lernt, dass er (kaum größer als ein Kaninchen) in der Lage ist, den Briefträger zu vertreiben, denn jedes Mal, wenn er sich ins Zeug legt, verschwindet der auch gleich wieder-er weiß nicht, dass der sowieso weiter muß.
Der Hund lernt.
Und zwar alles Sachen, die wir ihm gar nicht beigebracht haben.

Wieviel leichter ist es doch, seinen Hund so zu lenken, dass er uns ein angenehmer Begleiter ist, wenn man weiß, wie der Hund lernt.
Jedes Fehlverhalten geht zurück auf fehlendes Verständnis für die Welt aus der Sicht des Hundes, der von Anfang an damit zu tun hat, sich so anzupassen, dass sein Leben für ihn optimal verläuft. Sorgen wir dafür, haben wir auch in der Hand, wie sich der Hund bei uns macht.
Ein Wechsel der Perspektive legt hierfür den Grundstein.
Leute, beschäftigt Euch intensiv mit der Wahrnehmung Eurer Hunde !
Mein Anliegen für heute, danke…

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.
Karen's Bild

Ja, aber ...

Hi Jacqueline,
toll geschriebener Bericht. Und danke mal wieder: Ich muß mehr achten auf das, was ich tue und wie ich es tue ... und konsequenter muß ich sein. Das alte Lied, Du weißt ja.
Doch noch immer bin ich fest davon überzeugt, daß Hund durchaus ein schlechtes Gewissen haben kann. Z.B. Kimba: Ich komme nach Hause und merke schon an der Begrüßung, bzw. an der ausfallenden Begrüßung, an ihrem Gesichtsausdruck, ihrer Körperhaltung, daß sie die Mülltonne geplündert, sich über das Katzenfutter hergemacht oder sonst etwas angestellt hat. Ich muß mich auf die Suche begeben, um herauszufinden, warum ihre Mimik bei meinem Eintreffen sagt: "Oh Schei..., nu gibts gleich Mecker!"
Die anderen begrüssen mich dann ganz normal. Manchmal sind es auch George und Kimba, die belämmert gucken und sich über meine Rückkehr nicht freuen. Und später sehe ich dann, daß das Absperrgitter zur Küche geöffnet wurde. Daran sehe ich, daß George an der Aktion beteiligt war - Kimba kann das Gitter nicht öffnen, die springt nur drüber, was George nicht tut.
Meiner Ansicht nach erinnern sie ihr Fehlverhalten sehr genau und wissen, daß es Ärger gibt. Und das nennt man schlechtes Gewissen.
Lieben Gruß, Karen

Leia Skywalker's Bild

HUNDE und schlechtes Gewissen

Liebe Karen
Ein sehr schönes Beispiel mißgedeuteten Verhaltens. Hier wird wunderbar deutlich, wie vermenschlicht wir den Hund sehen. Wir dürfen aber nicht nach unseren Kriterien das Verhalten der Hunde bewerten. Was heißt denn genau „Gewissen haben“-das setzt ein moralisches/ethisches Denken oder Empfinden voraus. Ein Bewerten des eigenen Handels, gemessen an der Vorstellung dessen, wie gehandelt werden sollte.
Es hat aber mit moralischen Verwerfungen nichts zu tun, wenn der Hund seiner Gier nachgeht, einen Eimer auszuräubern, oder so damit Frust kompensiert, oder Langeweile, was auch immer.
Nein. Ihm ist der Eimer egal, oder die Küche. Ihm ist auch egal, was wir dabei empfinden, wenn wir den Dreck wegmachen müssen. Eigentlich. Egal ist es ihm nicht, wenn er gelernt hat, dass unsere miese Stimmung zu seinen Unbehagen beiträgt.
Möglich, dass ein Hund, sicher sogar, durch das Wiederholungsprinzip gelernt hat, dass der ausgeräumte Eimer zu Deiner Missgunst führt. Sicher ist er in der Lage, den Dreck mit der Folge zu Verknüpfen. Und er versucht zu beschwichtigen, noch bevor DIR das auch deutlich wird, sprich, Du den Eimer überhaupt entdeckt hast. Kimba beschwichtigt Dich, weil sie nicht in Deine Ungunst fallen will, weil sie gelernt hat, dass der Dreck in der Küche dazu führt, dass es Ärger gibt. Dein Verhalten, auch wenn es erst später einsetzt, unterliegt einer Methodik, die ein Hund auch durchschauen kann.
Trotzdem weiß Kimba im Moment des Plünderns nicht, dass sie jetzt, mit ihrem Handeln, Deinen Ärger auf sich zieht. Sie hat kein Unrechtsempfinden, kein schlechtes Gewissen.
Hat man einen Hund mehrmals bei Irgendwas überrascht, dann wird er vorsichtig. Er zögert, oder lässt „es“ irgendwann ganz. Weil er gelernt hat, dass sein Handeln einen Effekt nach sich zieht, nicht weil er Gewissensbisse dabei hat.
Kimba legt eine erlernte Vorsicht an den Tag, weil sie im Gefühl hat, dass das, was da angerichtet ist, zu Ärger führen kann. Man spricht auch -so habe ich es gelernt- von einer so genannten „herbeigeführten Veränderung am bestehenden Gefüge“. Z.B. kann es auch sein, dass die Hunde durch irgendwelchen Quatsch einen Hocker umwerfen. Das knallt, der nimmt vielleicht noch irgendwas mit, das klötert durch die Gegend.
Das hier Angerichtete bleibt sichtbar. Du kommst nach Hause und findest gar nicht so schlimm, den Hocker wieder hinzustellen, aber die Hunde hatten bis zu diesem auflösenden Moment den gleichen Stress, als wenn der Eimer geplündert ist. Sie zeigen beschwichtigendes Verhalten. Weil sie durch vorherige Erfahrungen gelernt haben, dass es so am Besten ist, wenn akute Veränderung eingetreten ist. Leider können unsere Lieben nicht soweit denken, dass sie das Chaos Verknüpfen mit ihrem eigenen Handeln. Ein Beispiel, Klassiker:
Der Welpe soll stubenrein werden. Da ist ein Haufen. Den hat er vor 5 min. gemacht. Dann kommt der Mensch und findet den Haufen, führte Hund hin und schimpft, deutet darauf, im schlimmsten Fall; Nase rein. Der Welpe, wenn er muß und kackt, der weiß nicht, dass er den Ärger vermeiden könnte. Jetzt bestimmt ihn der Gedanke, dass er muß. Er macht und geht seines Weges. Nach 10 min. kommt er am Haufen vorbei. Der Mensch rennt hier auch irgendwo rum. Beides zusammen gibt Stress. Der Mensch kommt, die Vorstellung der Schimpfe schwebt über Hundi (nicht weil er voraus denkt, sondern vorher mal diese Umstände verknüpft hatte), der wedelt schüchtern und legt die Ohren an. Mensch sieht es, und sagt sich, da sei doch was im Busch. Und tatsächlich: Da ist ein Haufen ! Der Hund hat sich geduckt, bevor er den Haufen fand. Der Mensch denkt, er hatte ein schlechtes Gewissen, also weiß er doch ganz genau, dass er nicht rein machen soll. Der Mensch wird vielleicht laut, wie immer, die Erwartungen des Hundes erfüllen sich, und er wird, erlernt, in ein Beschwichtigunsverhalten verfallen, sobald er einen Haufen vorfindet. Eine Ärger-Vermeidungstaktik.
Fazit: Wohl kann ein Hund Umstände verknüpfen mit unseren Reaktionen. Aber leider ist er zu blöd, um zu wissen, dass er selbst das hätte vermeiden können. Und wenn wir ihn 10 mal flagranti erwischen, dann meidet er das Plündern nur, weil er nun seine Handlung zwar selbst mit dem Effekt (Schimpfe, fliegendes Kissen, Wasserspritzer etc.) in Verbindung bringt, er vermeidet wieder. Aber hat noch laaaange kein schlechtes Gewissen.
Vielleicht geht es hier um Worte. Ich ließe mich darauf ein zu sagen; ja; ein Hund weiß, dass gewisse Dinge schlicht schlecht für ihn sind….Sozusagen ein Wissen um Schlechtes…aber ein moralisches/ethisches Empfinden hat er trotzdem nicht..
Warum der Rest des Rudels nicht reagiert, wenn Einer was gemacht hat ? Ich wage die Behauptung, das kriegst Du ja gar nicht mit ! Wenn Indy mitgeplündert hat, wenn einer der Großen einen Sack aufgerissen hat, dann merkst Du es im Zweifel gar nicht, weil sie kein verändertes Verhaltren zeigt. Und zwar nicht, weil es ihr nun an Unrechtsbewusstsein mangelt, sondern-gemein- weil ihr eben egal ist, dass eine Veränderung herbei geführt wurde. Es gibt auch Hunde, bei denen das Bedürfnis nach sozialer Harmonie ausgeprägter, als bei Anderen. Manche bemühen sich mehr, andere weniger um den Haussegen. Letztere zeigen dann auch eine weniger ausgeprägtes Benehmen. Ich kenne Kimba als eine, die sich immer gerne aufdrängt, in Scene setzt und ständig ihren Stand überprüft. Logisch, dass sie dass dann auch gleich tut, wenn was nicht stimmt. Sie weiß, dass was nicht stimmt. Aber sie weiß nicht, dass sie „schuld“ hat. Gutes Stichwort. Schlechtes Gewissen hängt auch mit Schuldbewusstsein zusammen. Das haben Hunde auch nicht. Es gibt Fakten, gute und schlechte Konsequenzen, aber der Gedanke an Schuld ist für einen Hund zu abstrakt.
Ich hoffe, ich konnte hiermit gut erklären, wie die Denke im Fall „schlechtes Gewissen“ ausgerichtet ist.
Ansonsten vielen Dank für die lieben, lobenden Worte, geht runter wie Butter !!

Leia Skywalker's Bild

Ich zitiere mal den Günther

Ich zitiere mal den Günther Bloch (wie so oft und gerne):
Hunden ist Rache fremd, sie plagt kein schlechtes Gewissen.Sie wissen nichts von Anstand,Dankbarkeit oder Fairplay. Hunde leben im Heute und Jetzt.Nach Dorit Feddersen-Petersen"werten Hunde ihr Handeln sicher nicht durch die Stufe eines Über-Ichs, sie gehorchen keinen mehr oder weniger selbst geschaffenen moralischen Gesetzen" Das heißt nätürlich nicht. daß wir Hunden Gefühle absprechen sollten, die sie und zweifelsohne im täglichen Miteinander zeigen.Hunde empfinden sicherlich Freude, Lust und Trauer.

Die können sich natürlich auch irren Aber ich finde, es trifft so schön, was ich zu sagen versuchte. Also,daß hier kein falscher Eindruck aufkommt:
Es ist nicht so, daß ich einem Hund nicht zutraue, Gefühle zu entwickeln. Doch ein schlechtes Gewissen ist verbunden mit einem Denkprozeß. Und wenn ich sage, ein Hund kann nicht wirklich ein schlechtes Gewissen im Sinne ethischer Richtlinien haben, dann sage ich auch im gleichen Zuge, daß diese Tiere, im Gegensatz zu uns FREI sind von vorgegebenen moralischen Denkmustern und statt dessen den Moment leben und dabei eben nicht in die Zukunft sehen und deshalb vermeiden Unsinn in unSEREM Sinn zu treiben.
So. Das war mein letztes Wort dazu, nun kannst Du wieder über mich herfallen....:o))

Leia Skywalker's Bild

Ein sehr schönes Beispiel ,

Ein sehr schönes Beispiel , welches ich gleich nochmal nutzen will, um zu versuchen,die Denke unserer Hunde deutlich zu machen. Wir dürfen nicht nach unserern Kriterien das Verhalten der Hunde bewerten. Was heißt denn genau „Gewissen haben“-das setzt ein moralisches/ethisches Denken oder Empfinden voraus. Ein Bewerten des eigenen Handels, gemessen an der Vorstellung dessen, wie gehandelt werden sollte.
Es hat aber mit moralischen Verwerfungen nichts zu tun, wenn der Hund seiner Gier nachgeht, einen Eimer auszuräubern, oder so damit Frust kompensiert, oder Langeweile, was auch immer.
Nein. Ihm ist der Eimer egal, oder die Küche. Ihm ist auch egal, was wir dabei empfinden, wenn wir den Dreck wegmachen müssen. Eigentlich. Egal ist es ihm nicht, wenn er gelernt hat, dass unsere miese Stimmung zu seinen Unbehagen beiträgt.Das widerspräche dem natürlichen Drang des Hundes, stets die Harmonie ihm Rudel aufrecht zu erhalten.
Möglich, dass ein Hund, sicher sogar, durch das Wiederholungsprinzip gelernt hat, dass der ausgeräumte Eimer zu Deiner Missgunst führt. Sicher ist er in der Lage, den Dreck mit der Folge zu Verknüpfen. Und er versucht zu beschwichtigen, noch bevor DIR das auch deutlich wird, sprich, Du den Eimer überhaupt entdeckt hast. Kimba beschwichtigt Dich, weil sie nicht in Deine Ungunst fallen will, weil sie gelernt hat, dass der Dreck in der Küche dazu führt, dass es Ärger gibt. Dein Verhalten, auch wenn es erst später einsetzt, unterliegt einer Methodik, die ein Hund auch durchschauen kann.
Trotzdem weiß Kimba im Moment des Plünderns nicht, dass sie jetzt, mit ihrem Handeln, Deinen Ärger auf sich zieht. Sie hat kein Unrechtsempfinden, kein schlechtes Gewissen.Und nebenbei-auch wenns weh tut- Hunde sind auch einfach zu blöd, soweit voraus zu denken, sich eine mögliche Zukunft vorzustellen ist für sie zu abstrakt.
Hat man einen Hund mehrmals bei Irgendwas überrascht, dann wird er vorsichtig. Er zögert, oder lässt „es“ irgendwann ganz. Weil er gelernt hat, dass sein Handeln einen Effekt nach sich zieht, nicht weil er Gewissensbisse dabei hat.
Kimba legt eine erlernte Vorsicht an den Tag, weil sie im Gefühl hat, dass das, was da angerichtet ist, zu Ärger führen kann. Man spricht auch-so habe ich es gelernt-von einer so genannten „herbeigeführten Veränderung am bestehenden Gefüge“. Z.B. kann es auch sein, dass die Hunde durch irgendwelchen Quatsch einen Hocker umwerfen. Das knallt, der nimmt vielleicht noch irgendwas mit, das klötert durch die Gegend.
Das hier angerichtete bleibt sichtbar. Du kommst nach Hause und findest gar nicht so schlimm, den Hocker wieder hinzustellen, aber die Hunde hatten bis zu diesem auflösenden Moment den gleichen Stress, als wenn der Eimer geplündert ist. Sie zeigen beschwichtigendes Verhalten. Weil sie durch vorherige Erfahrungen gelernt haben, dass es so am Besten ist, wenn akute Veränderung eingetreten ist. Leider können unsere Lieben nicht soweit denken, dass sie das Chaos Verknüpfen mit ihrem eigenen Handeln. Ein Beispiel, Klassiker:
Der Welpe soll stubenrein werden. Da ist ein Haufen. Den hat er vor 5 min. gemacht. Dann kommt der Menschun und findet den Haufen, führt Hund hin und schimpft, deutet darauf, im schlimmsten Fall; Nase rein. Der Welpe, wenn er muß und kackt, der weiß nicht, dass er den Ärger vermeiden könnte. Jetzt bestimmt ihn der Gedanke, dass er muß. Er macht und geht seines Weges. Nach 10 min. kommt er am Haufen vorbei. Der Mensch rennt hier auch irgendwo rum. Beides zusammen gibt Stress. Der Mensch kommt, die Vorstellung der Schimpfe schwebt über Hundi (was keiner Voraussicht in die Zukunft entspricht, sondern auf eine Erfahrung, eine Verknüpfung zurückgeht), der wedelt schüchtern und legt die Ohren an. Mensch sieht es,und sagt sich, da sei doch was im Busch. Und tatsächlich: Da ist ein Haufen ! Der Hund hat sich geduckt, bevor er den Haufen fand. Der Mensch denkt, er hatte ein schlechtes Gewissen, also wisse er doch ganz genau, dass er nicht reinmachen soll. Der Mensch wird vielleicht laut, wie immer, die Erwartuingen des Hundes erfüllen sich, und er wird, erlernt, in ein Beschwichtigunsverhalten verfallen, sobald er einen Haufen vorfindet. Eine Ärger-Vermeidungstaktik. Verstanden hat er nicht, was wir wollen, wir sind nur ein Stück weit unbegreiflicher für ihn geworden,wenn auch berechenbar, vielleicht ist dieser Hund fortan verunsichert, wir haben evtl. sein Vertrauen zu uns erschüttert.
Fazit: Wohl kann ein Hund Umstände verknüpfen mit unseren Reaktionen. Aber leider ist er zu blöd, um zu wissen, dass er selbst das hätte vermeiden können. Und wenn wir ihn 10 mal in flagranti erwischen, dann meidet er das Plündern nur, weil er nun seine Handlung zwar selbst mit dem Effekt (Schimpfe, fliegendes Kissen, Wasserspritzer etc.) in Verbindung bringt, er vermeidet wieder. Aber hat noch laaaange kein schlechtes Gewissen.
Nun wirst Du sagen; ja aber nur Kimba ist dann so, die Anderen nicht. Da halte ich gegen, dass ich glaube, wenn Indy mitplündern würde, sie dass nicht durch ihr Verhalten anzeigen würde. Es trifft nicht auf jeden Hund gleichermaßen zu, wie er sich verhält Klingt doof, aber anders gesagt- Indy wäre es egal, wie du draufkommst, wenn Müll am Boden liegt. Vielleicht, weil sie diesbezüglich noch keine Lernerfahrungen gemacht hat. Sie beobachtet zwar Dein Verhalten Kimba gegenüber, aber es betraf sie nicht. Und Einige haben auch ein dickeres Fell als Andere. Manche sind empfänglicher für Stimmungnen, manche haben ein ausgeprägteres Harmoniebedürfnis, wollen gar nie dass der Haussegen schief hangt, manchen geht’s ...vorbei.
Vielleicht geht es hier nur um Worte.Ich glaube, wir verstehen uns schon richtig.Es ist ja nur so: Wer sagt DER hat ´n schlechte Gewissen, setzt voraus, der Hund kennt seine Fehler. Was dazu führt zu glauben, man müsse ihm seine Fehler ja gar nicht mehr aufweisen-er weiß ja Bescheid! Das verführt zu dem Gedanke/Entschluß, mann könne ja nichts mehr machen. Aber in Wirklichkeit bräuchte der Hund in dieser Hinsicht nur ein paar Tips, wenn man so will.

Ich ließe mich darauf ein zu sagen; ja; ein Hund weiß, dass gewisse Dinge schlicht schlecht für ihn sind….Sozusagen ein Wissen um Schlechtes….
Ich hoffe, ich konnte hiermit gut erklären, wie die Denke im Fall „schlechtes Gewissen“ ausgerichtet ist Vielen Dank jedenfalls für deine lobenden Worte ….freut mich…...

Abschließend will ich nochmal auf G.Bloch zurückgreifen, der uns so schön darauf hingewiesen hat, daß das, was den Hund domestiziert hat schließlich jener Umstand war, daß er gelernt hat, wie er uns Essen abluchsen kann. Hunde sind geborene Diebe. Das muß man erst mal rauskriegen. In diesem Sinne....