EIN ZWEITER HUND KOMMT DAZU

Ein neuer Hund kommt dazu…

Wenn man sich einen weiteren Hund in die Familie holt, dann sollte man ein paar Dinge beachten, um dafür zu sorgen, dass das neue Team zueinander findet.
Dazu gehört vor allem, dass sich für jene, die bereits im Haushalt leben, nicht allzu viel verändert. Keiner sollte von seinem angestammten Platz weichen müssen. Damit sich kein Frust für jene einstellt, die schon vorher da waren, darf man nicht den Fehler begehen,, sich darum zu bemühen, alle Hunde gleich zu behandeln.
Der Neuankömmling wird sowieso erst einmal schauen, was ihn nun erwartet. Er lässt alles auf sich wirken und schätzt ab, wie die Dinge hier laufen. Alles was er jetzt kennen lernt, wird er als gegeben nehmen.
So wird z.B. kein Zweifel an sich selbst aufkommen, weil er z.B. nicht auf die Couch darf, während der andere es darf. Er kennt es nicht anders. Er hinterfragt auch nicht, warum wir Menschen hier sitzen dürfen und er nicht. Es ist eben so. Wenn also alle sich weiterhin so verhalten, wie bisher, dann ist es am leichtesten für den Neuankömmling abzuschätzen, wo er steht. Und das sollte erst einmal hinten an der Schlange sein.
Denn alles, was wir jetzt gestatten, wird später eingefordert, weil es eben nicht anders bekannt ist, seit Ankunft.
Wir neigen dazu, einen neuen Hund mehr zu „hätscheln“ als gewöhnlich- der Arme- kennt ja noch nix, hat vielleicht sein ersteres Zuhause verloren o.ä.-wir wollen ihm die neue Umgebung so angenehm, wie möglich machen. Aber genau da steckt der Wurm drin. Wie gesagt. Die ersten Eindrücke sind prägend. Und wenn ich nun mit dem Napf hinter dem Hund herlaufe, um ihn zum Essen zu überreden, dann wird er sich irgendwann feiern lassen. Wenn ich jedes Mal, wenn das arme, verlorene Tier flehentlich um sich blickt, darauf zu gehe, um mich zu kümmern, dann wird ganz schnell ein Hund daraus, der kommt, bettelt, die Pfote auflegt, den Kopf auf´s Knie usw. Und wenn wir auf diese Gesten eingehen, weil wir uns freuen, dass der Neue von selber ankommt, dann geben wir ihm bei, und es wird ganz schnell eine Forderung daraus. Er kennt es ja so seit Ankunft-es ist selbstvesrtändlich geworden.
Ich sage nicht, dass man den Hund links liegen lassen soll-aber man sollte ihn erst einmal viel in Ruhe lassen, ihn mitlaufen lassen, ihm Gelegenheit geben, anzuschauen, wie die gewöhnlichen Abläufe sind, ohne Aufheben zu veranstalten, das später dann ausbleibt.

Um Streit zwischen den Hunden zu vermeiden, müssen wir unbedingt darauf achten, nicht zu versuchen, alle gleich zu behandeln. Ich verstehe, dass das jeder gerne so tun würde, doch der Ansatz ist allzu menschlich. Es tut dem Hund kein Abbruch, wenn er erst einmal hinten steht, das bedeutet ja nicht, dass man ihn schlecht behandeln soll. Nein, auch seine Rechte müssen gewahrt werden. Man darf dem Ersthund nicht durchgehen lassen, dass er sich an des Neuen Napf bedient, er ihn von seinem zugewiesenen Schlafplatz vertreibt usw.
Aber die bestehende Rangordnung sollte eisern in der Hand des Menschen liegen und erst einmal keinesfalls gekippt werden.
Wird der Neue allzu sehr betüddelt, dann wird der Alte eifersüchtig. Der Neuzuwachs bedeutet für ihn eine Einbuße an Lebensqualität, das bedeutet Frust. Ein Neuzugang soll aber für alle toll sein, darum hüten wir die Privilegien des Ersten und erweitern jene des Neuen nach und nach. Das muß man ein bisschen mit Feingefühl lockern, sich erst mal solidarisieren mit den Alttieren.

Ich empfehle ausserdem auch, den Neuzugang, wenn ein Garten vorhanden ist, nicht gleich mit zu den Spatziergängen zu nehmen. Gemein ? Menschlich gedacht.
Wildhunde, Wölfe, im Rudel, da hat zur Jagd auch nicht jeder das „Recht“ mitzugehen. Und unser täglicher Ausgang ersetzt die Pirsch, die für unsere Haushunde nicht wirklich stattfindet.
Lassen wir den Neuen erst einmal zurück-ohne Frage wird er daran zu schlucken haben- dann setzen wir ihm in einer für ihn verständlichen Art ein Zeichen, dass ihm sagt:“Du musst Dich erst einmal etablieren, bis wir ein eingespieltes Team auf eigenem Terrain sind.“
Das hat den Vorteil ,dass der Neuzugang gleich die Situation kennenlernt, dass nicht immer alle da sind. Es wird nebenbei ein Grundstein fürs Alleinbleiben gelegt.
Man sollte den Neuen nicht sehr lange alleine schmoren lassen-er soll auch keinen tiefen Frust erfahren, wir wollen es ihm nicht vergällen, aber er lernt so leichter damit fertig zu werden, als wenn wir mit dem Alleinlassen erst nach Wochen beginnen, in denen er gelernt hat, immer mit von der Partie zu sein, und das fordert er dann auch ein. Z.B. durch Heulen an der Haustür o.a.

Es ist also gar nicht falsch-eher im Gegenteil, wenn wir den Neuankömmling ab und zu mal auflaufen lassen und unseren Ersten bevorzugt behandeln. Natürlich soll aus dem Neuen kein „Aschenputtelchen“ werden !! Was ich hier vertrete, mag für Manchen herzlos klingen. Vielleicht wird deutlich, was ich wirklich meine, wenn ich mal das Beispiel des Kinderzuwachses anführe:
Kleinkind (4 Jahre) bekommt ein Brüderchen. Ist hin-und-her gerissen zwischen Neugier, Faszination und Eifersucht. Wie bewältigen die Eltern das am Besten ? Sie zeigen dem Kleinen, dass sich für ihn zwar Dinge ändern werden, aber eben nicht zu seinem Nachteil. Von dem, was vorher zur Verfügung stand darf nichts genommen werden. Und der Säugling wächst auch nach und nach in die Gemeinschaft. Der kann ja noch nicht so viel. Wird erst mal nur im Bettchen gehalten, herumgetragen, nimmt sich aber nichts, redet nicht, fordert nicht, beschneidet das Kleinkind nicht in seinen Möglichkeiten. So sollte es auch mit Hunden sein. Natürlich erhält der Säugling eine gehörige Portion Aufmerksamkeit. Diese sollte sich bei den Hunden darin äussern, dass man wach und gezielt Situationen lenkt, dem Neuen etwas beibringt, ohne den Anderen u vernachlässigen.
Wenn die Hunde sich untereinander in die Wolle kriegen, müssen wir abwägen, ob wir uns einmischen, oder sie sich selbst überlassen. Es gibt Vertreter, die sagen klassisch „Das machen die unter sich aus“
Das ist aber nicht immer richtig. Im festen Rudel sorgt auch das Alphatier für Ruhe und Ordnung. Ich beziehe mich hier beispielhaft auf die Pizzahunde, die G.Bloch studiert hat. Auch dort ist der Ranghöchste schlichtend zwischen die Streithähne getreten, und zwar immer dann, wenn sich etwas in seinem Umfeld abgespielt hat. Also Fazit; wenn es um die Wahrung der Harmonie geht, ist ein Eingreifen durchaus legitim.
Wir gestatten den Hunden, sich mitzuteilen, wenn ihnen etwas nicht passt. Die Zähneblecken, das muß auch mal drin sein. Aber bei akuter Drohgeste, schicken wir sie auseinander. Vor allem, wenn sie um Dinge zu streiten, die in unserer Hand liegen-also, wer hier auf´s Sofa darf, bestimme immer noch ich. Wenn von oben einer den anderen anknurrt, fliegt er runter.

Ich könnte jetzt noch ganz viele, kleine Beispiele zeigen, wann man eingreift, wann nicht, wann man bevorzugt, wann man ignoriert. Das würde hier aber zu weit gehen, denn damit ließe sich ein Buch füllen.
Aufgrund eines hilfesuchenden Anfrage jedoch habe ich mich veranlasst gesehen, in erster Linier aufzuklären, dass man die Hunde eben nicht gleich behandelt, dass man kein schlechtes Gewissen dabei hat, den Einen demonstrativ dem Anderen vorzuziehen.
Es gibt auch genug Fälle, da braucht man sich darüber überhaupt nicht den Kopf zerbrechen, da klappt alles gleich gut, doch manchmal ist es nötig, die Dinge nicht sich selbst zu überlassen.
Wenn noch Fragen dazu bestehen, gebe ich gerne Rat im Einzelfall…

Antworten

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.
11 + 1 =
Lösen Sie dieses einfache mathematische Problem und geben Sie das Ergebnis ein. Für 1 + 3 geben Sie z.B. 4 ein.